Vitalzeichen: Übersicht

Puls Pulsfrequenz Pulsarten
Pulsrhythmus Puls messen  

 

 

 

Einflussfaktoren auf den Blutdruck:

 

 

 

Puls

   Wichtige Informationen über aktuelle Herz- und Kreislaufsituation

   Pulsveränderungen deuten auf akute oder chronische Störungen hin

   Diagnostik von Herzkrankheiten

   Erster Hinweis auf lebensbedrohliche Komplikationen (z.B. Blutverlust)

 

Die Pulsfrequenz

(Eine Frequenz ist die Häufigkeit eines Vorganges in einer bestimmten Zeiteinheit.)

   Zahl der Pulsschläge pro Minute

   außer beim Pulsdefizit mit der Herzfrequenz übereinstimmend

Die Pulsfrequenz ist abhängig von

   Alter

   Geschlecht

 

Normalwerte der Pulsfrequenz (Nur die wichtigsten)

  • Neugeborene  ca. 140/min
  • Kindergartenkind    ca. 100/min
  • Jugendlicher   ca. 85/min
  • Erwachsene ca. 60 - 80/min

 

Unterschiedliche Pulsarten

Pulsqualität

   Füllung des Blugefäßes (kleiner, großer Puls)
   Härte der Pulswelle (Widerstand gegen den Druck)

 

Harter Puls

> Puls lässt sich nur schwer oder gar nicht unterdrücken
> Ursachen: z.B. Bluthochdruck, Druckerhöhung im Gehirn

Druckpuls

 > Puls ist hart, Blutgefäß gefüllt, Schlagfolge stark verlangsamt
 > Ursache meist eine Druckerhöhung im Gehirn

Weicher Puls

 > Puls ist leicht zu unterdrücken.
 > Ursachen: z.B. erniedrigter Blutdruck, Fieber, Herzinsuffizienz

Fadenförmiger Puls

> Kleiner, weicher, schneller Puls

> Ursachen: z.B. Blutverlust, Schock, bedrohliche Kreislaufsituationen

Drahtpuls

> sehr harter Puls
> Ursachen: z.B. nephrogener (nephrogen = durch die Niere entstanden, von der Niere ausgehend) Hochdruck oder bei der Eklampsie (Eklampsie = plötzliche, schwere Erkrankung meist im letzten Drittel der Schwangerschaft)

 

Pulsrhythmus

   Normalerweise ist der Herz- und Pulsrhythmus regelmäßig.
    Die Pulswellen erfolgen in gleichmäßigen Abständen.
    Bestimmt wird der Rhytmus durch den Sinusknoten.

 

Pulsarrhythmie

 > Unregelmäßigkeiten bei Jugendlichen entwicklungsbedingt
 > Herzkrankheiten
 > Organerkrankungen
 > Digitalisüberdosierung
 > Nikotin oder Koffeinmissbrauch

Zwillingspuls

>  auf zwei dicht aufeinanderfolgende Pulsschläge Schlagpause
> typisch bei Digitalisüberdosierung

 Absolute Arrhythmie

> Schlagfolge beschleunigt und total unregelmäßig (Tachyarrhythmie)
> Störung in der Reizbildung

Vorhofflimmern

> zahlreiche Flimmerbewegungen (300 - 400 / min.) der Vorhöfe
> Herzkrankheiten, akuter Herzinfarkt

Vorhofflattern

>schnelle 250 - 350 Schläge / min.), noch synchronisiert
> Herzkrankheiten

Kammerflattern

> rasche Folge von ca. 300 Kontraktionen / min
> Bewusstseinsverlust und lebensbedrohlicher Kreislaufschock
> entzündliche, degenerative Erkrankungen des Herzmuskels

Kammerflimmern

> Tätigkeit der Herzmuskelfasern völlig asynchron
> Herzkreislaufstillstand (nach 3-5 Minuten Gehirnschäden mit Todesfolge)

Atrioventrikuläre Leitungsstörungen (AV - Rhythmus oder AV - Block)

> Blockierung der Erregungsüberleitung von Vorhöfen zu Kammern
> Erkrankungen des Herzmuskels oder Digitalisüberdosierung
> Unregelmäßigkeit und Verlangsamung des Pulses
> Adams-Stokes-Anfall, z.Minderdurchblutung, Schwindel, Bewusstlosigkeit

Bradycardie (Verlangsamte Pulsfrequenz)

Puls unter 60 / min; Pulsdefizit ist keine Bradykardie (Arterie wird nicht erreicht).

  •  reduzierter Stoffwechsel, z.B. im Schlaf oder im Hungerzustand
  •  Leistungssport (hohes Schlagvolumen, gute Sauerstoffversorgung)
  •  erhöhter Hirndruck, z.B. bei Hirntumor, Hirnhautentzündung
  •  Reizbildungs- und Erregungsleitungsstörungen
  •  Schilddrüsenunterfunktion
  •  Medikamente

Puls unter 40  / min besteht Lebensgefahr!

 

Tachykardie (Beschleunigte Pulsfrequenz)

Puls über 100 / min

Begleitsymptome:

> Herzklopfen
> Herzjagen
> Blässe
> Müdigkeit
> Benommenheit
> Schwindel, evtl. kurzfristige Bewusstlosigkeit


 > Bei oder nach erhöhtem Sauerstoftbedarf (Arbeit, Erregung)
 > Zufuhr größerer Koffein- und Nikotinmengen
 > Verringerte Sauerstoffkonzentration in der Luft (z.B. Höhen)
 > krankhaft erhöhter Stoffwechsel (Fieber, Schilddrüsenüberfunktion)
 > Unfälle (z.B. Schock, große Blutverluste)
 > Herzkrankheiten (Oft mit Tachypnoe = beschleunigte Atmung)
 > Störungen im vegetativen Nervensytem
 > Medikamente

 

Puls messen

Pulsmessgeräte

Zunehmend werden im Klinkbereich elektrische Pulsuhren eingesetzt, in das die Patienten den Finger legen. Es gibt auch Kombigeräte für Puls und Blutdruck. Billige Geräte sagen aber nichts über die Pulsqualität aus.

Achtung:

Puls nicht nur zählen!

Pulsqualität ebenfalls feststellen!

Puls immer mit zwei oder drei Fingern messen.

 


Manuelle Messung


Man kann an verschiedenenen Stellen am Körper den Puls messen. Die wichtigsten Punkte sind:

  • Handgelenk
  • Halsschlagader
  • Leiste
  • Kniekehle (angewinkeltes Bein)
  • hinter dem Innenknöchel
  • mittlerer Fußrücken
  • Schläfe

 

 

 

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