Schlaf: Übersicht

Der Schlaf Schlafphasen Schlafstörungen
Krankheitsbedingte Schlafstörungen Pflegemaßnahmen
Prinzipien beim Richten eines Bettes Bett richten als Pflegeprozess

 

 

8. AEDL Ruhen und schlafen 

1. ATL Wach sein und schlafen (Achtung, umfassender wie das 8. AEDL)

 

Schlaf ist eine Bewusstseinsveränderung, die eine Regeneration von physischen und psychischen Kräften erlaubt. Wach sein, ruhen und schlafen spiegelt den ständig wechselnden Lebensrhythmus wider. Ein regelmäßiger Schlaf ist lebensnotwendig.

 
Einflussfaktoren auf den Schlaf:

 

 

Der Schlaf

Im Schlaf sinken Vitalzeichen wie Puls, Atemfrequenz, Blutdruck, Körpertemperatur ab. Muskeltonus, Drüsentätigkeit (Ausnahme Schweißdrüsen), Stoffwechsel und Darmtätigkeit sind reduziert. Das Bewusstsein ist nach Schlaftiefe eingeschränkt bis ausgeschaltet. Die Augen sind geschlossen, das Gehör dagegen bleibt uneingeschränkt funktionsfähig.

Seelische und geistige Aktivitäten finden als Traum statt. Dabei ist die Muskulatur blockiert, sodass der Träumende seine im Traum erlebten motorischen Handlungen nicht ausführt. Die Somnologie (Schlafmedizin oder auch Schlafforschung) beschäftigt sich als Teilgebiet der Medizin mit dem Schlaf und seine Störungen.

Für einen regelmäßigen Wach-Schlaf-Rhythmus ist die "innere Uhr" verantwortlich, die sich beim gesunden Menschen am Tag-/Nachtwechsel orientiert und das Schlafbedürfnis regelt (Zeitverschiebung, Jetlag, Schichtarbeit).

 

Grobe Anhaltswerte für den Schlafbedarf (individuell unterschiedlich ausgeprägt): 

 

Alter Schlafbedarf
1. Lebensjahr ca. 18 Std.
2. - 4. Lebensjahr ca. 14 - 16 Std.
4. - 6. Lebensjahr ca. 12 - 14 Std.
7. - 8. Lebensjahr ca. 11 - 12 Std.
9. - 11. Lebensjahr ca. 10 - 11 Std.
12. - 14. Lebensjahr ca. 9 - 10 Std.
15. - 18. Lebensjahr ca. 8 - 9 Std.
Erwachsene ca. 6 - 8 Std.
Alte Menschen ca. 6 Std.

 

 

Schlafphasen

Schlaf findet in fünf Phasen statt, zwischen denen der Schlafende hin und her pendelt. Entscheidend für den erholsamen Schlaf ist nicht die Dauer des Schlafes, sondern der ungestörte Wechsel zwischen den Phasen.

1. In der Einschlafphase ist es ein leichter Schlaf mit reduzierter Muskelspannung und verblassender Wahrnehmung der Umgebung.

2. In der Phase des leichten Schlafes ist das Bewusstsein ausgeschaltet, die Muskelspannung lässt weiter nach, die Augen sind bewegungslos.

3. In der Phase des beginnenden Tiefschlafs sinkt die Muskelspannung weiter und ein EEG würde flache Wellen der Hirnaktivität aufzeichnen. 

4. Die Tiefschlafphase ist die tiefste Schlafphase (Schlafwandeln, Sprechen). Ein EEG würde die niedrigste Hirnaktivität verzeichnen. 

5. Der sogenannte REM-Schlaf (REM = englisch "Rapid Eye Movement" = schnelles Augenrollen) ähnelt dem leichten Schlaf, aber unter den geschlossenen Lidern sind schnelle Augenbewegungen erkennbar. Es ist die Traumschlafphase. Auch in den anderen Phasen wird geträumt. Aber an die Träume in dieser Phase kann man sich eher erinnern und sie erscheinen realer und emotioneller.

Verschiedene Quellen geben auch vier Phasen an. Entweder wurde Phase 1 und 2 als eine Einschlafphase zusammengefasst oder Phase 3 und 4 als eine Tiefschlafphase. Letzten Endes ist die Einteilung der Phasen bei einem gesunden Schlaf unwesentlich, interessant werden die Phasen für die Mediziner bei erheblichen Schlafstörungen. 

 

 

Schlafstörungen

Schlafstörungen beeinträchtigen das Befinden und die Leistungsfähigkeit. Frauen sind häufiger als Männer, alte Menschen häufiger als junge davon betroffen.

 

Akute Schlafstörungen

  • dauern bis ca 4 Wochen
  • nächtliche Ruhe wird mehrmals unterbrochen
  • erkennbare Ursache (Stresssituationen, massive Konflikte)
  • nach Beseitigung der Ursache wieder normaler Schlaf

 

Subakute Schlafstörungen

  • 4 Wochen bis 6 Monate

 

Chronische Schlafstörungen

  • länger als 6 Monate
  • meist keine erkennbare Ursache

 

"Schlaflosigkeit" (Insomnie)

Unter Schlaflosigkeit werden Ein- und Durchschlafstörungen verstanden. Akute Insomnien können beispielsweise durch belastende Erlebnisse oder bevorstehende Ereignisse (sowohl positive wie negative) ausgelöst werden.

 

Einschlafstörungen

Für Einschlafstörungen sind meist äußere (exogene) Faktoren verantwortlich wie beispielsweise

  • optische Reize (z.B. störendes Licht)
  • akustische Reize (z.B. Lärm)
  • extreme seelische Erlebnisse (positive wie negative)
  • körperliche Belastungen (z.B. physische Reaktionen)
  • ungewohnte Umgebung (z.B. Klima)
  • schlafmindernde Umgebung (z.B. zu hohe Zimmertemperatur)
  • Ernährung (z.B. schwer verdauliche oder zu üppige Mahlzeit oder anregende Mittel am Abend)
  • Unterforderung (z.B. fehlende körperliche Ermüdung)
  • zu viel Schlaf (z.B. Mittagsschlaf)

 

Ursache kann aber auch eine Erkrankung des Schlafzentrums (endogen) sein. Im Gehirn wird in der Zirbeldrüse das Hormon Melatonin gebildet, das eine schlafregulierende Wirkung besitzt und bei Mangel Einschlafstörungen auslöst.

Einschlafstörungen führen zu einer Verkürzung der Gesamtschlafzeit mit der Folge, dass sich Betroffene morgens unausgeschlafen, wie gerädert fühlen.

 

Symptome

  • Reizbarkeit
  • Angst
  • Leistungsminderung
  • Müdigkeit
  • Wesensveränderung

 

Durchschlafstörungen

 

Von einer Durchschlafstörung spricht man, wenn jemand mehrmals in der Nacht über einen längeren Zeitraum aufwacht. Dabei ist das Aufwachen unproblematisch, wenn der Betroffene sofort wieder einschlafen kann. Das kann an den Schlafphasen liegen und ist keine Durchschlafstörung.

Kann der Betroffene allerdings anschließend nicht einschlafen und liegt längere Zeit wach da, führt es zu einem Schlafdefizit und ist dann eine Schlafstörung.

Besonders oft leiden alte Menschen darunter. Allerdings wird sehr häufig der verringerte Schlafbedarf mit einer Durchschlafstörung verwechselt. Und dann wird oft nach Tabletten gegriffen.

 

Schlafmedikamente sind bei Schlafstörungen gefährlich. Die Medikamente beseitigen nicht die Ursachen, der Körper gewöhnt sich daran und wird abhängig. Nach kurzer Zeit kann man ohne die Schlafmittel oder ohne Erhöhung der Dosis nicht mehr schlafen und es kommt zu Schlafstörungen aufgrund der Schlafmedikamente.  

 

Durchschlafstörungen können Symptome sein für beispielsweise

  • Krankheiten (durch starke Schmerzen)
  • Herzinsuffizienz (durch Nykturie, Atemnot)
  • Erkrankungen der Atemorgane (durch Husten, Atemnot)
  • Morbus Parkinson (durch nachts auftretenden Tremor)
  • Depressionen
  • Störungen der Gehirndurchblutung
  • Folgen eines jahrelangen gestörten Wach-Schlaf-Rhythmus (durch Schichtarbeit)

 

 

Schlaf-Wach-Rhythmusstörungen (Zirkadiane)

  • Jetlag
  • Schichtarbeit
  • Zeitumstellung

Ein großes Problem in der Pflege ist die Zeitumstellung. Dadurch kommt es zu einer Veränderung des Wach-Schlaf-Rhythmus. Eine Veränderung des Wach-Schlaf-Rhythmus bedeutet eine Reduzierung der Schlafdauer und der Schlaftiefe. Besonders Klienten mit kognitiven Einbußen können die Zeitumstellung auf Sommer- oder Winterzeit nicht nachvollziehen und sind zweimal im Jahr dieser Veränderung ihres Wach-Schlaf-Rhythmus hilflos ausgeliefert. 

 

Erhöhtes Schlafbedürfnis (Hypersomnie)

Ein erhöhtes Schlafbedürfnis besteht bei mehr als zehn Stunden Nachtschlaf oder erhebliche Tagesschläfrigkeit.

Das Ruhe- und Schlafbedürfnis kann durch Belastungssituationen wie körperliche, seelische, geistige Anstrengungen / Anspannungen oder durch Krankheiten deutlich steigen. 

Bei schwerwiegenden langandauernden Konflikten kommt es oft unbewusst zu einer "Flucht in den Schlaf", was aber nicht die Probleme löst, sondern durch Verdrängung vergrößert.

Ein erhöhtes Schlafbedürfnis kann aber auch das Symptom einer schwerwiegenden Erkrankung sein.

 

Schlafapnoe (Apnoe = Atemstillstand, schlafbezogene Atmungsstörungen)

  • Männer (4%) sind häufger als Frauen (2%) betroffen
  • Risiko erhöht bei Schnarchern, Hypertonie, Adipositas
  • Atemaussetzer länger als 10 Sekunden
  • Atemaussetzer können zu Herzrhytmusstörungen, Hypertonie oder Sauerstoffunterversorgung führen

Symptome

  • Konzentrationsschwäche
  • Abnahme der Kreativität
  • Reizbarkeit
  • Nervosität
  • Innere Unruhe
  • gesteigertes Schmerzempfinden
  • Wesensveränderung
  • verminderte Lebensqualität
  • Folgeerkrankungen

 

Das Schlafapnoe-Syndrom ist gefährlich, denn bei jedem Atemaussetzer sterben Gehirnzellen und wirken sich bald negativ auf den gesamten Organismus aus. Eine ausbleibende Behandlung der Schlafapnoe verkürzt die Lebenserwartung, erhöht das Unfallrisiko, gilt als Ursache für verschiedene Herz- und Kreislauferkrankungen, Depressionen, Impotenz und erhöht im Alter das Risiko eines plötzlichen Herztodes oder Schlaganfalls.

 

Schlafbezogene Bewegungsstörungen (Restless Leg Syndrom oder RLS = unruhige Beine)

RLS wird auch oft als "rastloser Schlaf" bezeichnet. Eine neurologische Erkrankung mit Gefühlsstörungen und Bewegungsdrang in den Beinen, Füßen und seltener in den Armen mit häufig einhergehenden unwillkürlichen Bewegungen. Beim RLS treten in Ruhe in Extremitäten unangenehme Gefühle wie beispielsweise Kribbeln, Schmerzen oder Wärmegefühl auf. Diese Missempfindungen führen zu einem Bewegungsdrang, was für eine vorübergehende Linderung sorgt. Die Beschwerden sind abends oder nachts schlimmer als während des Tages oder treten auch nur in den Nachtstunden oder im Schlaf auf.

 

Schlafverhaltensauffälligkeiten (Parasomnien)

Diese unerwünschten Verhaltensauffälligkeiten treten aus dem Schlaf heraus auf. Dadurch kann der Schlaf unterbrochen werden und ist nicht mehr erholsam.

Im Kindesalter können derartige Schlafstörungen durch eine vorübergehende Reifestörung des Gehirns auftreten und gelten meist als harmlos. Im Erwachsenenalter sind diese Schlafstörungen zumeist komplexer und sollten medizinisch abgeklärt werden.

 

  • Schlafwandeln (Der Schlafende verlässt ohne aufzuwachen meist für einige Minuten das Bett, geht umher und verrichtet manchmal auch Tätigkeiten. Kennzeichen sind ein ausdrucksloses, starres Gesicht und Augen, keine Erinnerung an das Schlafwandeln nach dem Aufwachen, sehr selten aggressives Verhalten, gezielte Handlungen)
  • Sprechen (Somniloquie oder das Sprechen im Schlaf reicht vom Ausstoßen undifferenzierter Laute bis zur Aussprache von ganzen Sätzen und gilt als harmlose Schlafstörung, die etwa 50 % Kinder betrifft und ca. 5 % Erwachsene, wobei bei diesen Stress, Fieber und Alkoholeinfluss begünstigende Faktoren sind)
  • Zähneknirschen (Als  Bruxismus oder Zähneknirschen im Schlaf wird ein unwillkürliches Knirschen und Aufeinanderpressen der Zahnreihen bezeichnet, was Schmerzen und schwere Zahnschäden verursachen kann und oft eine Stressreaktion ist)
  • Alpträume (Ursache von Albträumen sind häufig Stress, treten meist in der zweiten Nachthälfte auf, dauern wenige Minuten bis zu einer halben Stunde und enden meist mit Aufschrecken)
  • Schlaftrunkenheit (psychomotorische Verlangsamung mit verminderter kognitiver Leistungsfähigkeit und Desorientiertheit nach dem Aufwachen)

 

Schlafentzug

Ein Schlafentzug hat schwerwiegende Konsequenzen, wird aber auch therapeutisch genutzt (Wachtherapie als Behandlungsverfahren bei Depressionen). Durch einen längeren Schlafentzug kommt es vermehrt zu Sekundenschlaf.

 

Folgen von Schlafmangel

  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Mangelhafte Konzentration
  • Fehlende Motivation
  • Abnahme der Kreativität
  • Geringere Leistungsfähigkeit 
  • Veränderte Wahrnehmung 
  • Schlechtere Gedächtnisleistung 
  • Geschwächtes Abwehrsystem 
  • Depressionen 
  • Aggressionen 
  • Verwirrtheit
  • Gesteigertes Schmerzempfinden 
  • Augenbrennen
  • Hormonelle Veränderungen
  • Symptomverstärkung
  • Erhöhung der Vitalzeichen (Puls, RR, Atmung, BZ)

 

Schlafentzug ist ein Hauptelement der "weißen Folter"

 

 

Krankheitsbedingte Schlafstörungen

 

Schlafapnoesyndrom

Bei der schlafbezogenen Atemstörung treten pro Stunde Schlaf mehr als zehn Atemstillstände (Apnoen) auf, die länger als zehn Sekunden dauern. Das Syndrom tritt häufiger bei Männern als bei Frauen auf und betrifft in erster Linie starke Schnarcher. Durch die Atemstillstände kommt es zu einer verringerten Sauerstoffversorgung. Dadurch wacht der Betroffene unwissentlich auf. Folge sind Tagesmüdigkeit, Sekundenschlaf und Leistungsminderung. Ein unbehandeltes Schlaf-Apnoe-Syndrom kann Hypertonie und Herzrhythmusstörungen verursachen und gilt als Risikofaktor für Herzinfarkt und Apoplex. 

 

Restless-Legs-Syndrom

Das Restless-Legs-Syndrom (engl. ruhelose Beine) ist eine schlafbezogene Bewegungsstörung durch Missempfindungen (Ziehen, Schmerzen, Spannen, Kribbeln, Wärme- oder Kältegefühl, Reißen, Brennen) und löst einen Bewegungsdrang der Beine aus (selten Arme). Durch den deshalb gestörten Schlaf kommt es zu Tagesmüdigkeit, Leistungsminderung und depressiven Verstimmungen. 

 

Schlaflähmung

Der Betroffene ist unfähig zur Ausführung willkürlicher Bewegungen beim Einschlafen oder beim Aufwachen. Die Atmung kann nicht beschleunigt werden. Das Bewusstsein ist nicht eingeschränkt, es kommt allerdings häufig zu Halluzinationen. 

 

Schlaf-wach-Rhythmusstörung

Bei Schlafstörungen mit untypischen Biorhythmus verschieben sich die Schlafphasen oder die Betroffenen können sich nicht an einen geregelten Schlaf-wach-Rhythmus gewöhnen.

 

Narkolepsie

Bei der Narkolepsie treten Tagesschläfrigkeit oder zwanghafte Schlafattacken auf. Die tägliche Schlafdauer ist meistens nicht erhöht und der Beginn ist meist schleichend. Es kann zu Bewegungsunfähigkeiten im Schlaf, Halluzinationen und Durchschlafstörungen kommen. 

 

Insomnie (Schlaflosigkeit)

Die Insomnie sind Ein- und Durchschlafstörungen, die über einen Monat andauern, ungenügender Schlafdauer und/oder fehlendem erholsamen Schlaf. Bei der primären Insomnie sind keine Ursachen erkennbar, bei der sekundären Insomnie können die Ursachen psychiatrisch (z.B. Depressionen), neurologisch (z.B. Schmerzen bei degenerativen Erkrankungen), organisch (z.B. Herzinsuffizienz) oder durch Drogen (z.B. Ecstasy) bedingt sein. Die letale familiäre Insomnie ist genetisch bedingt und verläuft tödlich.

 

 

Pflegemaßnahmen bei Schlafstörungen

Es muss für eine ungestörte und ausreichende Nachtruhe gesorgt werden.

  • nur unvermeidbare nächtliche Pflegetätigkeiten durchführen
  • Störungen beseitigen (z.B. Verlegung bei schnarchendem Mitbewohner)

Schlaf- und Ruhegewohnheiten beachten

  • Mittagsschlaf
  • nach individuellen Schlafenszeiten richten
  • Einschlafrituale beachten (z.B. abends warme Milch mit Honig, vor dem Schlafen lesen)
  • Gewohnheiten berücksichtigen (Kissen, Schlafhaltung, Fenster, Raumtemperatur, Bekleidung, Licht)
  • Aufwachrituale beachten (z.B. Kaffee)

Hilfsmittel wie Schlafbrille, Ohropax anbieten

Ängste nehmen:

  • Klingel in Reichweite
  • Nachtstuhl erreichbar
  • Nachtlicht
  • im Bedarfsfall Tür angelehnt oder Geräusche (z.B. leise Radio laufen lassen)
  • bei ungewohnter Umgebung vertraute Dinge wie beispielsweise Kissen, Spielzeug

Spätmahlzeit anbieten, eventuell Essen oder Trinken für die Nacht in Reichweite hinstellen

Vor dem Zubettgehen ausreichende Grundpflege, Ausscheidung ermöglichen

Tagsüber Unter- und Überforderung vermeiden

Entspannungstechniken (evtl. Gespräch) anbieten

 

Warme Vollbäder vor dem Schlafengehen entspannen. Beispielsweise Lavendel, Baldrian, Melisse als Badezusatz verstärken die Wirkung. Auch die beruhigende Ganzkörperwäsche kann hilfreich sein. 

 

Abends schlaffördernde Tees anbieten (z.B. Baldrian, Hopfen, Melisse)

 

Schlaftagebuch oder Schlafprotokoll: Erfassung von Schlafgewohnheiten und Störungsmustern

Pflegekräfte oder der Betroffene tragen in einen Assesmentbogen Beobachtungen vor, beim Schlafen und Aufwachen ein. (z.B. Schlafprotokoll für Kinder)

 

Beispiel für ein Schlaftagebuch:

Schlaftagebuch für ............................................................
Abends auszufüllen Morgens auszufüllen
Datum
Genuss-mittel (Alkohol,Tee,
Nikotin,Cola, Kaffee)
Medika-mente Schlaf- und Ruhe-phasen tagsüber Uhrzeit beim Zubett-gehen Uhrzeit beim Auf-wachen Wie oft aufge-wacht?
Schlaf-qualität
(Schul-noten)
Bemer-kungen
                 

 

 

Prinzipien beim Richten eines Bettes

 

Wie man gebettet wird, so schläft man!

 

  • Nach Möglichkeit zu zweit arbeiten
  • Durchführung erfolgt mindestens 2 mal täglich und  bei Bedarf
  • Materialien vorbereiten, wenn vorhanden, den Pflegewagen nutzen
  • Abwurfvorrichtung für benutzte Wäsche
  • farbliche Kennzeichnung für bestimmte Wäschestücke beachten!
  • vor der Tür abstellen, wenn nicht durch Deckel verschließbar
  • notfalls Kopfkissenbezug als Wäschebeutel nutzen

 

Niemals Schmutzwäsche auf den Boden!!!

 

  • vor der Durchführung: Händedesinfektion
  • Information des Patienten über die geplante Pflegemaßnahme
  • 1-2 Stühle vor das Bett, falls keine ausziehbare Bettablage vorhanden
  • Platz schaffen, im Weg stehende Gegenstände zur Seite schieben
  • Nochmalige Information des Patienten
  • Bett flach stellen
  • Hochstellen des Bettes zum rückenschonenden Arbeiten

 

Falls ein Bettteil versehentlich den Fußboden berührt, muss es als Schmutzwäsche behandelt, also frisch bezogen werden.

 

  • Bettdecke so zusammenlegen, daß die Außenseite außen bleibt
  • Bettdecke auf Bettablage oder Stuhl ablegen, dann Kissen
  • Entfernen des Stecklakens (Manche Einrichtungen benutzen keine mehr)
  • Glätten, Straffen des Lakens, Neueinschlagen falls kein Spannbettuch
  • Einstecken und Straffziehen des Stecklakens, falls vorhanden

 

Laken und Stecklaken muss faltenfrei sein zur Vermeidung von Druckstellen (Dekubitusprophylaxe).

 

  • Aufschütteln der Kissen
  • Bettdecke am Kopfende fassen, hochhalten und vorsichtig schütteln
  • Auflegen und Einschlagen der Bettdecke nach Patientenwünschen

 

Möglichst beim Aufschütteln der Kissen und Bettdecke vermeiden, dass Staub aufgewirbelt wird.

 

 

Das Richten des Bettes als Pflegeprozess


1. Informationssammlung:
Krankenbeobachtung, Vitalzeichenkontrollen

2. Probleme, Ressourcen erkennen:
Z.B. bewegungsunfähig, bewegungseingeschränkt, mobil

3. Pflegeziel
Bequemes, schmerzfreies, gefahrloses Liegen

4. Planung der Pflegemaßnahmen
Bett richten mit Prophylaxen und Mobilisation verknüpfen; Zeit nutzen, den Kontakt zum Bewohner zu intensivieren.

5. Durchführung
Das Richten des Bettes ist für Pflegende Routine, nicht für den Bewohner. Beim Betten bettlägriger Bewohner muss berücksichtigt werden, dass in dieser Pflegesituation Hilflosigkeit und Abhängigkeit besonders deutlich wird. Auf Ängste eingehen.

6. Beurteilung der Wirkung
Abschließend überprüfen, ob das Bett in einem Zustand ist, in dem sich der Gepflegte angemessen aufgehoben fühlt. Nachfragen! Die Pflegeperson sollte sich stets darüber im Klaren sein, dass das Bett im Pflegeheim oftmals der überwiegende Lebensraum des Gepflegten ist.

 

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